Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Wüllen im Herzen des Münsterlandes und der Karnevalshochburg Köln? Warum heißt es "HELAU" und nicht "ALAAF"?

Ein Erklärungsversuch

Spieker auf dem ehemaligen Gebiet des Hofes Laink-Vissing (heutiger Festplatz)

Früher war es üblich, dass Handwerker nach der Gesellenprüfung mehrere Jahre auf Walz oder Wanderschaft gingen. So war es auch mit dem Schreinergesellen Heinrich Vöcking aus Wüllen, Lange Straße. Anlässlich dieser Walztour hielt sich Heinrich Vöcking, in Wüllen Krusen Quint genannt, von 1844 - 1849 in Köln auf. Während dieser Zeit war er in der Karnevalsgesellschaft 'Alte Stadtgarde Köln" karnevalistisch tätig und kehrte kurz vor Karneval im Jahre 1849 von Köln in seine Heimat Wüllen zurück. Am Rosenmontag des Jahres 1849 zog sich Krusen Quint einen Jutesack über. Auf ein umgehängtes Schild hatte er mit Mostert/Senf "Klein Kölner Karneval - Helau" geschrieben. Mit dieser Maskierung zog er dann singend durch das Dorf Wüllen und feierte somit seinen Karneval zunächst als Einzelgänger. Die Wüllener Bürger die ihn so sahen, erklärten ihn für verrückt, da sie kein Verständnis für den karnevalistischen Humor aufbrachten. Im Jahre 1850 konnte er dann bereits weitere 12 Bürger für die Idee "Karneval in Wüllen" begeistern. Mit dieser Mannschaft wurde in jenem Jahr die "Klein-Kölner Karnevalsgemeinschaft", heute Klein-Kölner Karnevalsverein, auf dem Hof Laink-Vissing (heutiger Festplatz) gegründet. Da Krusen Quint sich für den Kölner Karnevalsruf "Alaaf" nicht begeistern konnte, übernahm er für Wüllen den Schlachtruf "Helau", den er auf einem Düsseldorfer Karnevalsfest kennen lernte.